Parc Adula

1. Etappe

1. Etappe
Disentis/Mustér — Val Medel (Curaglia oder Mutschnengia) 

Die erste, eher kurze Etappe führt von Disentis/Mustér auf dem historischen Lukmanierweg über den Vorderrhein zum Eingang in die Val Medel.

 

Die Wanderung beginnt beim Bahnhof Disentis/Mustér [2]. Es geht entlang der Informationsstelen Richtung Center sursilvan d’agricultura [3]. Auf Salaplauna stehen zwei auffällige Bauten: Der mit einheimischem Holz errichtete Klosterstall mit der Stiva Salaplauna, einem Raum für kulturelle Anlässe, und die in massivem Beton gebaute Sennaria Surselva [4]. Der Vriner Architekt Gion A. Caminada hat sie entworfen, nachdem im Jahr 2006 ein Brand den alten Klosterstall zerstört hatte.
 

Weiter geht die Route auf der gegenüberliegenden Strassenseite in südwestlicher Richtung entlang dem Aclettabach bis kurz vor die Bahnhaltestelle Acla da Fontauna. Wir überqueren die Geleise und wandern auf dem von Trockenmauern, Hecken und Bäumen gesäumten alten Lukmanierweg zur mittelalterlichen Kapelle Sontga Gada [5]. Sie ist der heiligen Agatha von Catania geweiht, die als Schutzheilige gegen Feuersbrünste gilt. Nach dem ersten Höhepunkt dieser Etappe führt der Weg von Sontga Gada hinunter zum Vorderrhein und hinauf zum Weiler Mompé Medel. Wenig unterhalb des Dorfes liegt ein alter Specksteinbruch. Specksteinöfen werden in der Surselva bis heute gefertigt. Nach dem Dorf wird das Gelände offener. Der Weg führt zum Pavillon La Scursalada [6] (hier gibt es im Winter eine Schlittelbahn) und in südöstlicher
 

Richtung zu den Wiesen von Plaun Tiatscha. Bei der Wegverzweigung nach Stagias, am Eingang zur Val Medel steht das Sontget Vergera, ein Bildstock. An der Stelle, wo früher eine Kapelle stand, befindet sich ein schöner Aussichtspunkt mit Blick auf den Piz Vallatscha [7]. Bevor die neue Lukmanierstrasse im Jahr 1877 die Schlucht des Medelser Rheins mit Galerien passierbar machte, führte der Saumweg hier durch. Wir gehen weiter entlang dem Abhang hoch über dem Fluss, zuerst horizontal, dann hinunter zur Strasse, die von Curaglia nach Mutschnengia führt. Wir haben die Wahl, entweder nach Mutschnengia aufzusteigen, dort einzukehren und zu übernachten — oder auf der anderen Talseite im etwas tiefer gelegenen Curaglia, dem Wirtschafts- und Verwaltungszentrum des Tals, das Hotel zu beziehen.
 

Ein lohnender Abstecher ist, bei Plaun Tiatscha nach Westen zum Geländerücken von Stagias aufzusteigen. Dort, wo der Orkan Vivian 1990 grosse Waldschäden an­richtete, befindet sich heute die Academia Vivian [8], das Waldschulzimmer, wo Interessantes über Wald und Wild zu erfahren ist. Von hier wandern wir über die westliche Talflanke der vorderen Val Medel hinunter nach Mutschnengia oder Curaglia [A] [B].

 

Angaben zur Wanderung

3 Stunden Wanderung, ca. 9 km bis Mutschnengia, 10 km bis Curaglia, ca. 350 m Aufstieg. Variante Stagias: zusätzliche 200m Auf- und Abstieg.