Parc Adula

2. Etappe

2. Etappe
Val Medel (Mutschnengia oder Curaglia) — Passhöhe — Acquacalda 

Diese Etappe führt die Val Medel hinauf, über Alpweiden und entlang des Lai da Sontga Maria zur Lukmanier Passhöhe, von dort hinunter zu den Arven- und Lärchenwäldern der Alpe Casaccia bis nach Acquacalda. Wir überqueren Wetterscheide und Sprachgrenze.

 

In Curaglia verlassen wir die Lukmanierstrasse vor dem Postgebäude und gehen auf dem Strässchen nach Mutschnengia hinunter Richtung Fadretsch. In der Kurve vor den Ställen halten wir links, queren dann den Medelser Rhein über die sogenannte Römerbrücke und steigen hinauf zum Weiler Pali. Oberhalb Pali mündet der Weg von Mutschnengia ein. Wer in Mutschnengia startet, geht gleich am südlichen Dorfausgang über die 96 Meter lange [9] Hängebrücke — sie wurde 2011 in einem Baukurs von Forstwart-Lernenden erbaut — und weiter Richtung Pali.

 

Auf der linken Talseite geht es zu den Weilern Drual und Matergia. Es ist ein Weg mit wunderschöner Flora. Auf der anderen Seite des Medelser Rheins liegen Platta, der frühere Hauptort des Tals, und Fuorns, das oberste ganzjährig bewohnte Dorf der Val Medel. Über Fuorns leuchten rot die Gebäude der 2005 neu gebauten Geissalp Puzzetta [10].
 

Nach einer Talstufe erreichen wir den Weiler Acla, wo am 6. April 1975 eine gewaltige Lawine Häuser, Ställe und die Kapelle zerstörte. Das Ereignis ist in der neuen Kapelle dokumentiert: Zwei Männer und ein Kind wurden damals in den Tod gerissen. Seither ist Acla eine Sommersiedlung. Wir wandern talaufwärts. Kurz nach dem Weiler Clavarut [12] treffen wir auf einen Stall, dessen Kornhiste vom Getreideanbau in der Val Medel zeugt. Linker Hand mündet die Val Cristallina ­­— in der sich ein Gebirgsschiess- und Sprengversuchsplatz versteckt —, dann erreichen wir die Alp- und Maiensässsiedlung Sogn Gions. Weiter geht es zur Disentiser Klosteralp Sogn Gagl [12], einem früheren Hospiz und weiter durch den kargen Talboden zur Alp Stgegia [13]. Stgegia gehört der Bürgergemeinde von Dongio im Bleniotal, die die Alp auf der Nordseite des Passes zuerst gepachtet und im Jahr 1803 dem Kloster Disentis abgekauft hatte. Im Sommer gibt es hier schmackhaften Tessiner Käse zu kaufen.
 

Vor uns steht jetzt die in den 1960er Jahren erstellte Staumauer des Lai da Sontga Maria [14], zu deren Krone wir aufsteigen. Wir folgen dem westlichen Ufer, während auf der anderen Seite der Passverkehr durch die lange Lawinenschutzgalerie unterhalb des Piz Scopi [15] rauscht. Über das Dach der Galerie, also entlang der östlichen Talflanke, führt eine Wegvariante, welche die Route um etwa eine Stunde abkürzt.
 

Auf der Passhöhe (1915m) lädt das Hospezi S. Maria [C] zur Einkehr. Vor uns liegt ein kurzer Abstieg. Der Weg verläuft hinunter zur Alpe Pertusio [16], wo der Fluss Brenno einer Felsenquelle entspringt. Wir wandern dem Brenno entlang durch eine idyllische Weidwald-Landschaft mit den Ausläufern des Arvenwalds Selva Secca [14]. So erreichen wir das Centro Pro Natura Lucomagno [D] in Acquacalda.

 

Angaben zur Wanderung

6.5 Stunden Wanderung, 25 km, 700 m Aufstieg, 250 m Abstieg. Variante: zum Abkürzen der Etappe ein Teilstück zwischen Curaglia und Passhöhe mit dem Postauto zurücklegen oder zusätzliche Übernachtung im Hospezi S. Maria einlegen.